Ortsgemeinde Mark Brandenburg

Herzlich willkommen auf der Seite der Ortsgemeinde Mark Brandenburg der Germanischen Glaubens-Gemeinschaft!

Der regionale Ansprechpartner der GGG leitet die jeweilige Ortsgemeinde. Er dient als Anlaufstelle für Interessenten in seiner Nähe. Er kann nach eigenem Belieben Treffen anbieten, z. B. Stammtische, Jahresfeste, Vorträge, Eddalesungen oder einfach nur lockere Zusammenkünfte.

Mein Name ist Catrin, ich bin Ansprechpartnerin der GGG-Ortsgemeinde Mark Brandenburg und lebe im Hohen Fläming. Sie erreichen mich unter der E-Mail altheidentum (at) gmx.de.

Die Mark Brandenburg ist das Stammesgebiet der Semnonen. Während der Völkerwanderungszeit kamen von östlich der Oder Angehörige der Vandalen in dieses Gebiet, auch als Wenden bekannt. Im Mittelalter wanderten zusätzlich Menschen aus Flandern hier ein, die Flamen, nach denen der Fläming benannt ist. Auch meine Vorfahren stammen zum großen Teil aus der Brandenburger Region.

Bei Interesse an der GGG-Brandenburg schreiben Sie mich bitte über die oben genannte E-Mail an.

Einige Feste und Heiligtümer der GGG-Mark Brandenburg sind auf den untenstehenden Bildern zu sehen.

 

 

Der Stamm der Semnonen, die als edelste und älteste der Sueben gelten, traf sich in einem heiligen Haine, dem Semnonenhaine. Aus Ehrfurcht vor diesem heiligen Orte und der dort herrschenden Gottheit trat man dort nur mit einem Band gefesselt ein. Wer zufällig hinfiel, mußte sich auf dem Boden hinauswälzen. Man sagte, dies sei der Ort des alles beherrschenden Gottes, dem alles andere untertan und dienstbar sei. Tacitus schreibt in der Germania:

>Als die Ältesten und Edelsten unter den Sueben bezeichnen sie die Semnonen. Eine Bestätigung ihres hohen Alters bietet ein religiöser Brauch: Zu einer bestimmten Zeit kommen Abgesandte aller Völkerschaften desselben Blutes in einem Walde zusammen, der durch Ehrfurcht von altersher heilig ist und dadurch, daß dort schon von den Vätern weissagende Gebräuche und gottesdienstliche Handlungen vorgenommen wurden. Dort bringen sie, indem in aller Gegenwart ein Mann niedergestreckt wird (fällt) den schaurigen ersten Ursprung der rauen und fremdartigen Weihehandlung zur feierlichen Darstellung. Dem Hain wird auch sonst Verehrung bezeigt: Niemand betritt ihn, es sei denn mit einem Band (Fessel) versehen, um seine Unterwürfigkeit und die Macht der Gottheit zu bekunden. Fällt jemand hin, so darf er sich nicht aufheben lassen oder selbst aufstehen; auf dem Erdboden wälzt er sich hinaus. Insgesamt gründet sich der Kultbrauch auf den Glauben, daß von dort der Stamm sich herleite, dort die allbeherrschende Gottheit wohne, der alles andere unterworfen, gehorsam sei. Weiteres Ansehen verleiht den Semnonen ihre äußere Lage: hundert Gaue bewohnen sie, und ihre große Volkszahl bewirkt, daß sie sich als Haupt der Sueben ansehen.<

Dieser alles beherrschende Gott erscheint auch bei den Nordgermanen. In der Schrift "Gylfaginning", welche das nordgermanische Heidentum beschreibt, wird von einem obersten Schöpfergotte berichtet, den man Allvater nennt und der unter verschiedenen Namen erscheint. Er gilt als Vater aller anderen Götter. Einer seiner Namen lautet "Odinn". Odinn aber entspricht wiederum dem alten germanischen Gott Wodan (auch Gwodan, Godan, God, Gott).

Wodens Frau erscheint in den uckermärkischen Volkssagen als alte Frick, die mit ihren Hunden durch die Lüfte jagt. Sie entspricht der nordgermanischen Frigg, der Gemahlin Odins. Im Havellande und im Berliner Raum kennt man die Göttin als Frau Harke oder Herke, die in verschiedenen Sagen erscheint. Frau Harke ist Göttin der Spinnerinnen, wie wir es auch von Frau Holle oder Perchta kennen. Sie belohnt die fleißigen Mädchen und bestraft die faulen. Wenn der Faden in der Spule reißt, dann heißt es, Frau Harke habe ihre Finger im Spiele. Wie Wodan hat auch Frau Harke ein Rudel schwarzer Hunde um sich und fährt damit durch die Lüfte. In einer Sage nimmt ein armes Ehepaar für ein Jahr einen der Hunde auf und wird dafür zum Dank reichlich belohnt von Frau Harke. Oft fährt die Göttin auch als weißgekleidete Frau in einem Wagen durch die Landschaft und segnet die Felder. Frau Harke, Arke oder Herke erinnert vom Namen her an die altenglische Erdgöttin Erce.

Die alten Semnonen verehrten auch den Donnergott, den Sohn des Himmelsgottes Woden und der Erdmutter. Der Donnergott, auch als Donar oder altnord. Thorr bekannt, erscheint in den märkischen Sagen als Pumpan, Pumpfuß oder Pumphut. Er ist hier ein wandernder Müllerbursche mit gewaltigen Kräften, ein großer Esser und Trinker, der eine Axt besitzt (nach einer Sage wirft er diese nach einem Kirchturm) und am Ende seines Lebens mit einer gewaltigen Schlange kämpfen muß. Genau diese Dinge werden auch vom nordischen Gotte Thorr berichtet und weisen Pumpan als den alten heidnischen Donnergott aus. Thors Hammer heißt "Mjöllnir", der "Zermalmer" und ist etymologisch verwandet mit "mahlen, Mühle, Müller". Der Rohrkolben, eine an Gewässern wachsende Pflanze, wird auch "Pumpskeule" oder "Pumpans Keule" genannt und erinnert an die Waffe des Donnergottes, die als Keule, Hammer oder Axt erscheint. Der Name Pumpan bedeutet "bumsen, poltern, donnern". Als Kind kannte ich noch eines der alten Pumpan-Gedichte, welches mir mein Vater überlieferte. So haben sich Erinnerungen an den Gott noch bis in unsere Zeit hinein bewahrt.

Das Brauchtum der Semnonen in der Mark Brandenburg hat sich auch durch die Missionierung durch die Christen nur wenig verändert. Alte heidnische Bräuche und Feste trugen nun meist ein christliches Gewand und waren manchmal zeitlich etwas verschoben, aber es waren noch die alten Inhalte. Man feierte Weihnachten mit den sich anschließenden "Zwölften", die bis zum Dreikönigstage andauerten. Ursprünglich begannen diese heiligen Nächte am Abend der Wintersonnenwende, später am 24. Dezember. Im Februar wurde Fasnacht gefeiert, um die Fruchtbarkeit bei Mensch, Tier und Pflanzen anzuregen. Es folgte das Osterfest mit seinen mannigfachen Bräuchen, dann Pfingsten, und nach der Getreide-Ernte ein großes Erntefest. Im November gedachte man am Allerseelentage der verstorbenen Ahnen. Man glaubte an Geister wie Hollen, Elben, Riesen, feurige Drachen und Hausgeister. Schaut man sich die Sagen aus der Mark an, dann findet man hier reichlich Zeugnisse des Geisterglaubens.

Kürzlich erschien nun auch ein Buch, welches die Heiligtümer im Fläming vorstellt und beschreibt:

Von den Stätten, wo unsere Vorfahren einst ihre Götter verehrten, ist vieles ist für immer ins Dunkel der Geschichte versunken. Uns bleiben oft nur Bruchstücke, Indizien wie Orts- und Flurnamen oder Sagen, die auf eine vorzeitliche Bedeutung hinweisen. Erfahrungsgemäß finden Archäologen in alten Heiligtümern meist wenig, einige Feuerstellen vielleicht, einzelne Gräber, aber Funde wie die Himmelsscheibe sind die absolute Ausnahme. Trotzdem also wenig Möglichkeiten bestehen, konnte ich in zehnjähriger Arbeit einige der alten, magischen Orte wiederentdecken. Das Ergebnis will ich in diesem Buche vorstellen und dazu anregen, diese Orte zu besuchen. Die alten Kultstätten haben oft noch ihre frühere Ausstrahlung bewahrt, oft fühlen wir uns darin wirklich in die Zeit vor 1000 Jahren zurückversetzt, als Albrecht der Bär die Wenden bekriegte. Wer also so einen Ort betritt, der möge die Stille respektieren und sich so verhalten, wie er es in einer Kirche oder auf einem Friedhofe tun würde, die Stätten nicht zerstören oder verunreinigen, damit auch noch spätere Generationen dort Kraft schöpfen können.

Baron Árpád v. Nahodyl Neményi, "Kultstätten im Fläming. Vorzeitliche Heiligtümer, Hexen- und Blocksberge, Opfersteine, Quellen, Spukschlösser und Sagenorte". Telesma-Verlag Treuenbrietzen 2015. 171 S., 93 meist farb. Abb., 25 Karten, 400 gr. Papier, ISBN 3-944064-55-0. fest gebunden, (24,– €).

 

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